Reform des Sozialstaats: Das schlägt der Paritätische vor

Aktuell wird in der Politik viel darüber gesprochen, wo im Staat Geld gespart werden kann. Auch bei den Hilfen für Menschen mit Behinderung soll gespart werden. Aber wir sagen ganz klar: Teilhabe ist ein Menschenrecht und keine Spar-Maßnahme! Unser Spitzenverband, der Paritätische Gesamtverband, hat jetzt ein wichtiges Papier mit 37 konkreten Vorschlägen veröffentlicht.

Die wichtigste Botschaft darin lautet: Geld sparen geht auch ohne Kürzungen! Und zwar, indem wir unnötige Bürokratie abbauen.

Hier sind drei wichtige Punkte aus dem Papier für die Eingliederungshilfe:
Wir haben das vollständige Papier des Paritätischen direkt an diesen Beitrag angehängt.

👉Gerne reinlesen und kommentieren: Was ist das wichtigste Thema für Sie, wenn es um den Abbau von Bürokratie geht? Wo wünschen Sie sich einfachere Wege?

#TeilhabeIstMenschenrecht #LebenshilfeNRW #GemeinsamStark #Inklusion

Lebenshilfe NRW bringt Impulse zur Novellierung der Bauordnung ein

Die Novellierung der Landesbauordnung NRW ist im Landtag bereits weit fortgeschritten. Um dennoch wichtige Impulse einzubringen, hat sich die Lebenshilfe NRW in der vergangenen Woche an die zuständigen demokratischen Abgeordneten (MdL) gewandt und ihnen ein Positionspapier übermittelt.

Wir hoffen, damit die Perspektive von Menschen mit Behinderung im parlamentarischen Verfahren noch stärker zu verankern – damit Barrierefreiheit und Teilhabe langfristig profitieren.

➡️ Positionspapier: Recht auf barrierefreies Wohnen und inklusive Quartiersentwicklung

Weniger Kosten für Vereinsfeste: Neuer GEMA-Pauschalvertrag in NRW

Ab dem 1. Juli 2026 entlastet ein neuer GEMA-Pauschalvertrag viele gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen in Nordrhein-Westfalen. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt das Land die Kosten für die Musiknutzung bei ehrenamtlich getragenen Veranstaltungen.

Das ist besonders interessant für die Lebenshilfe-Vereine: Bis zu vier Veranstaltungstage pro Jahr können über den Vertrag abgerechnet werden – etwa bei Sommerfesten, Gemeindefesten oder Vereinsjubiläen.

Die Pressemitteilung des Landes NRW liefert die wichtigsten Informationen und ist diesem Beitrag beigefügt.

GKV-Reform bedroht Versorgung von Menschen mit Behinderung

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung – darunter die Lebenshilfe – schlagen Alarm: Das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz droht zu erheblichen Versorgungslücken bei Hilfsmitteln zu führen.

Rollstühle, Hörgeräte, Sprachcomputer – diese Hilfsmittel sind für viele Menschen unverzichtbar, um mobil zu sein, zu kommunizieren und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Geplante Festbetragsgrenzen könnten dazu führen, dass komplexe individuelle Bedarfe nicht mehr gedeckt werden.

Außerdem fordert die Lebenshilfe: 
✅ Beitragsfreie Familienversicherung für Eltern behinderter Kinder auch über das 7. Lebensjahr hinaus 
✅ Stärkung der Einnahmenseite der GKV – nicht nur Einsparungen bei Versicherten

Der Bundestag beginnt heute mit dem parlamentarischen Verfahren. Jetzt ist der Moment zum Handeln! 💪

👉 Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung der Fachverbände: https://www.lebenshilfe.de/presse/pressemeldung/beitragsstabilisierungsgesetz-gesundheitsreform-fuehrt-zu-versorgungsluecken.

Pflegeneuordnungsgesetz: Sparpaket auf dem Rücken pflegender Familien

Gesetzentwurf mit enormen Leistungskürzungen – Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern sofortigen Kurswechsel

Berlin. Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung bewerten das Pflegeneuordnungsgesetz als eine massive Zumutung für pflegende Angehörige. Sie kritisieren in der heutigen Verbändeanhörung, dass das vorgesehene Sparpaket Pflegebedürftige und ihre Familien übermäßig belastet und die häusliche Pflege weiter schwächt.  

Wesentliche Teile der Reform beruhen auf Einsparungen – auf Kosten von Pflegebedürftigen und ihren Familien. „Dieses Gesetz ist eine massive Zumutung für pflegende Angehörige. Ihre ohnehin schon prekäre Situation wird durch das Pflegeneuordnungsgesetz deutlich verschlechtert und stellt einen Rückschritt dar“, kritisiert Beate Bettenhausen, Vorsitzende des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. im Namen der Fachverbände. Gerade für Eltern von Kindern mit Behinderung, die ihre Kinder oft über viele Jahrzehnte in der eigenen Häuslichkeit pflegen, sind die geplanten Kürzungen verheerend. 

„Wer die Pflegebereitschaft von Angehörigen unterstützen will, darf nicht gleich-zeitig die Rentenbeiträge der Pflegeversicherung kürzen“, erklärt Bettenhausen. „Meist sind es Mütter, die ihre Berufstätigkeit einschränken oder oftmals sogar aufgeben müssen. Noch mehr als bisher droht ihnen die Altersarmut“, so Bettenhausen weiter.  

Die Fachverbände kritisieren außerdem massive Einschnitte bei den Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger. Das bisherige Pflegegeld soll in ein neues Entlastungsbudget überführt werden. In der Gesetzesbegründung ist dabei von einer „ausgabenneutralen" Erhöhung die Rede. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Gleichzeitig wird der Gemeinsame Jahresbetrag (3.539 Euro) gestrichen – ein Betrag, mit dem Eltern unkompliziert Ersatzpflege finanzieren können, wenn sie selbst beispielsweise aufgrund wichtiger Termine oder Urlaubs an der Pflege gehindert sind. Zusätzlich entfällt der monatliche Betrag für Pflegehilfsmittel (42 Euro). Beide Leistungen sollen künftig aus dem neuen Entlastungsbudget finanziert werden. Unterm Strich bleibt deutlich weniger Geld für Pflege und Entlastung.


Hintergrund 
Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern echte Entlastung für pflegende Angehörige:
Die fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren rund 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Ethisches Fundament der Zusammenarbeit der Fachverbände für Menschen mit Behinderung ist das gemeinsame Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Recht auf Selbstbestimmung und auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Mehr Informationen unter: www.diefachverbaende.de