Zwischen Werkbank und Gemeinschaft

Wer wohnt denn da? Seit 13 Jahren lebt Patrick Wietlisbach mit seiner Frau und den beiden Kindern in der Genossenschaft – und ist längst mehr als nur Bewohner. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Hier geht es nicht nur ums Wohnen, sondern um Gemeinschaft, Engagement und darum, etwas zurückzugeben.

«Wir hatten schon Freunde hier und kannten Leute aus dem Umfeld – so sind wir zur BBZ gekommen», erzählt Patrick Wietlisbach. Heute schätzt er vor allem die Vielfalt und den Zusammenhalt: «In unserem Haus in der Künzlistrasse 47 leben Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Lebenssituationen. Gerade diese Mischung macht es lebendig – auch für unsere Kinder, die hier aufwachsen.»

Diese Lebendigkeit zeigt sich auch im Alltag. Unterstützung unter Nachbar*innen sei selbstverständlich: «Man hilft sich schnell mal – passt auf Kinder auf oder unterstützt bei administrativen Dingen, wenn es Sprachbarrieren gibt. Wichtig ist: Die Leute haben den Mut zu fragen.»

Für Patrick ist genau das ein Kern der BBZ: «Man hat Mitspracherecht und Gestaltungsmöglichkeiten. Jeder und jede kann sich nach seinen bzw. ihren Möglichkeiten und Ressourcen einbringen. Das finde ich sehr wertvoll.»

Ein Ort, der Perspektiven schafft

Neben seinem Familienleben engagiert sich Patrick seit rund zwei Jahren bei BROKIDS – einer Initiative, die Kinder und Jugendliche von 11 bis 14 Jahren auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützt. Der Zugang kam über frühere berufliche Stationen und Kontakte: «Ich habe früher in einer Anlaufstelle für Obdachlose gearbeitet. Währenddessen bin ich auf BROKIDS gestossen – und fand das Konzept sofort genial.»

Heute ist er als Betriebs- und Werkstattleiter tätig und verantwortet unter anderem den Laden in Seebach sowie das Werkstatttraining mit Jugendlichen. Dort sammeln die Kids erste praktische Erfahrungen: «Sie kommen einmal pro Woche und arbeiten an konkreten Projekten – zum Beispiel reparieren sie Velos oder andere Kinderartikel. So lernen sie Verantwortung und erleben direkt, was sie schaffen.»

Besonders wichtig ist ihm der praktische Bezug: «Man sieht sofort den Effekt der Arbeit – ein kaputtes Velo wird wieder fahrbar und jemand anderes hat Freude daran. Das motiviert enorm.»

Was ist BROKIDS?
BROKIDS unterstützt Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren dabei, sich auf die Berufswahl vorzubereiten. In zwei Reparaturwerkstätten mit integriertem Shop lernen die Teilnehmenden, gebrauchte Kinderartikel fachgerecht zu reinigen, zu reparieren und für den Verkauf aufzubereiten.


Im Rahmen von wöchentlichen Trainingseinheiten sammeln sie praktische Arbeitserfahrungen und erhalten Einblick in betriebliche Abläufe – von der Werkstatt bis zum Verkauf. Dabei werden sowohl handwerkliche Grundfertigkeiten als auch wichtige Sozial- und Alltagskompetenzen gefördert.


Das Angebot findet in der Freizeit statt (3 Stunden pro Woche) und wird von ehrenamtlichen Fachpersonen der Generation 55+ sowie einem Werkstattleiter begleitet. Ziel ist es, die Jugendlichen zu stärken und ihre Chancen bei der Lehrstellensuche zu verbessern. Die Teilnehmenden profitieren von praxisnahen Einblicken in verschiedene Berufsfelder, einem Zertifikat nach Abschluss sowie einer kleinen Entschädigung pro Einsatz. Gleichzeitig erleben sie eine sinnvolle und gemeinschaftliche Freizeitgestaltung mit Gleichaltrigen.


Mehr Infos gibt es hier.

Lernen, wachsen, Vertrauen gewinnen

BROKIDS bietet dabei mehr als erste handwerkliche Erfahrungen. Es ist auch ein geschützter Raum für persönliche Entwicklung. «Viele Kinder und Jugendliche sind im schulischen Kontext oder auch zu Hause gefordert oder überfordert. Hier können wir sie auffangen und begleiten.»

Ein Erlebnis ist ihm besonders geblieben: «Wir hatten einen Jugendlichen, der stark gemobbt wurde und sehr schüchtern war. Er war etwa eineinhalb Jahre bei uns. Am Ende hat er sich geöffnet, Vertrauen aufgebaut – und man spürt dann diese Dankbarkeit. Das sind Momente, die bleiben.»

Für Patrick ist klar: «Wir wollen ein Ort sein, an dem sich die Jugendlichen sicher fühlen – ein Safe Space.»

Engagement, das verbindet

Auch persönlich hat ihn die Arbeit geprägt: «Ich konnte mich handwerklich weiterentwickeln, aber vor allem hat mich das generationsübergreifende Arbeiten fasziniert. Junge und ältere Menschen zusammenzubringen – das wird immer wichtiger.»

Sein Antrieb? «Ich finde es schön, Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und zu sehen, wie sie ihre Ziele erreichen. Teil davon zu sein, ist unglaublich erfüllend.»

Blick nach vorne

Für die Zukunft wünscht sich Patrick, dass BROKIDS weiter wächst: «Mehr Standorte, mehr Angebote – vielleicht auch individuelle Trainings für Jugendliche, die in Gruppen nicht so gut zurechtkommen.

Und auch für die Genossenschaft hat er einen klaren Wunsch: «Dass diese Offenheit und die Möglichkeit zur Mitgestaltung erhalten bleiben. Das ist nicht selbstverständlich.»

Mitmachen & unterstützen
BROKIDS lebt vom Engagement vieler – und freut sich über Unterstützung aus der BBZ-Gemeinschaft:


Ihr könnt mitmachen als:
  • Freiwillige*r Trainer*in in der Werkstatt
  • Unterstützer*in im Ladenbetrieb
Oder ihr unterstützt mit:
  • gut erhaltenen Kinderartikeln (z. B. Velos, Spielzeug), die repariert werden können
  • einem Besuch im Laden als Kund*in
Auch Kinder und Jugendliche sind willkommen, um erste praktische Erfahrungen zu sammeln und Teil eines unterstützenden Umfelds zu werden.

Gemeinsam schaffen wir Perspektiven – macht mit!

Wer wohnt denn da?

Wir möchten unseren Bewohner*innen gerne immer wieder Menschen vorstellen, die unsere Genossenschaft bereichern – mit ihren Geschichten, ihrem Engagement oder einfach durch ihre Art zu leben. Kennt ihr Menschen, die unbedingt porträtiert werden sollten? Oder möchtest du selbst deine Geschichte teilen?

Schreibt uns: jennifer.maurer@bgbrunnenhof.ch

Text und Fotos: Jennifer Maurer

Mehr Lebensraum für Tiere in unserer Siedlung – BBZ baut weitere Behausungen

Der Frühling kann kommen! Bereits im Februar haben wir euch kurz über die Totholzhaufen informiert. In der Zwischenzeit hat sich viel getan und wir freuen uns, euch heute etwas mehr dazu erzählen zu können: 

In unseren Siedlungen gibt es mehr tierische Besucher, als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet. Mehrere Bewohner*innen haben beispielsweise Igel gesichtet – ein schönes Zeichen dafür, dass unsere Grünflächen bereits heute wertvollen Lebensraum bieten.

BBZ-Mitarbeiter Juliano De Paula, der bereits seit neun Jahren bei uns arbeitet, greift diese Beobachtungen kreativ auf und schafft zusätzliche Rückzugsorte für Tiere. Er hat im Februar damit begonnen, Insektenhotels und verschiedene Tierbehausungen zu bauen. Insgesamt entstanden bis heute rund 35 solcher Strukturen in unserer Stammsiedlung.

Ein besonderes Highlight ist eine pyramidenförmige Konstruktion, die als vielseitiger Lebensraum dient. Im unteren Bereich befindet sich ein geschütztes Igelhaus mit eigenen Eingängen, sodass sich die Tiere dort sicher zurückziehen können. Gleichzeitig bieten die unterschiedlichen Ebenen auch Vögeln und zahlreichen Insekten Platz.

Viele der Behausungen bestehen aus Totholz, Ästen oder natürlichen Materialien. In solchen Strukturen sammeln sich mit der Zeit Mikroorganismen, Käfer und andere kleine Lebewesen, wodurch ein kleiner, lebendiger Naturraum entsteht, der sich stetig weiterentwickelt. Einige der Totholzhaufen werden zusätzlich mit Paletten oder ähnlichen Materialien als natürlichem Regenschutz versehen.

Auch Wildhecken spielen eine wichtige Rolle: In ihnen finden Insekten Schutz und Nahrung. Deshalb werden diese Hecken nur etwa alle zwei Jahre zurückgeschnitten, damit sich dort möglichst viele Tiere ansiedeln können.

Mit diesen kreativen Ideen tragen Juliano und die anderen Kollegen aus den Technischen Diensten dazu bei, unsere Siedlung noch lebendiger, vielfältiger und tierfreundlicher zu gestalten.

Haltet also gerne die Augen offen – vielleicht entdeckt ihr bald neue Bewohner in der Siedlung.

Sandra geht tanzen – kommst du mit?

Jeden Mittwoch findet im Gemeinschaftsraum an der Wehntalerstrasse 158 das offene Tanzen statt. Morgen, 25. März, schwingt auch BBZ-Siedlungscoach Sandra ihre flinken Füsse zur Musik. Wer das nicht verpassen möchte oder schon immer mal einen Blick reinwerfen wollte, ist herzlich eingeladen, mich zu begleiten.

Anfänger starten um 17.15 Uhr und Fortgeschrittene um 18 Uhr.
Alle Infos zum Anlass findest du bei den Events.

Ich freue mich auf Euch! 

Öffnungszeiten Ostern

Über Ostern bleiben unsere Büros und die Technischen Dienste durchgehend geschlossen:

Donnerstag, 2. April - Montag, 6. April 2026

Wir sind ab Mittwoch 8. April 2026 wieder für euch da.

Frohe Ostern.

Für den Fall der Fälle sind in den Treppenhäusern Notfallnummern angeschlagen. Bitte füllt auch bei Direktanrufen zusätzlich eine Reparaturmeldung aus.

Kein Mehrzins, tiefere Umtriebsentschädigung – viel Lob

In den letzten Wochen konntet ihr euch aktiv an der Überarbeitung des Vermietungsreglements beteiligen. Das Interesse war erfreulich gross – sowohl bei der schriftlichen Mitwirkung als auch an den beiden Informationsanlässen.

Gegen 80 Bewohner*innen besuchten die Anlässe in der Stammsiedlung und im «Chimli» Schwerzenbach. Marie-Luce Le Febve de Vivy aus dem Vorstand und Geschäftsführer Michel Nussbaumer stellten ihnen das überarbeitete Vermietungsreglement vor, erläuterten die Hintergründe und beantworteten Fragen. Dabei konnten sie auch mehrere gute Neuigkeiten bekannt geben.

Grosse Zustimmung zum Entwurf

Nach einer Einführung zu den Zielen der Überarbeitung durch Le Febve de Vivy (siehe Kasten unten) stellte Nussbaumer die Ergebnisse der vorangegangenen Mitwirkung vor. Insgesamt gaben 54 Genossenschafter*innen schriftlich Rückmeldungen zum Reglementsentwurf. Für dieses Engagement danken wir herzlich. Die Rückmeldungen fielen insgesamt sehr positiv aus. Viele Teilnehmende lobten die verständlichere und zeitgemässere Fassung. Auch die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, wurde geschätzt. Die Zustimmung zu den einzelnen Anpassungen lag zwischen 85 und 92 Prozent.

Etwas kritischer beurteilt wurden zwei Punkte. So stellten rund 44 Prozent der Teilnehmenden die vorgesehene Regelung infrage, wonach nach zwei Jahren Unterbelegung ein Mehrzins von 20 Prozent hätte erhoben werden sollen. Damit wollte der Vorstand einen Anreiz schaffen, sich auch ausserhalb der BBZ nach einer passenderen Wohnung umzusehen. In den Rückmeldungen wurden dazu vor allem soziale Bedenken geäussert. Der Vorstand nahm diese ernst und strich den Passus wieder aus dem Reglement. Ausschlaggebend war auch, dass die gewünschte Wirkung nicht gesichert gewesen wäre. Ebenfalls aufgrund der Rückmeldungen senkte der Vorstand die Aufwandbeteiligung bei einem Umzug in eine gleich grosse Wohnung innerhalb der BBZ von zwei auf eine Netto-Monatsmiete. Beide Anpassungen wurden an den Informationsanlässen sehr positiv aufgenommen.

Fragen zu einzelnen Regeln

Die detaillierten Regelungen führten erwartungsgemäss auch zu vereinzelten Fragen. Diskutiert wurden unter anderem die soziale Durchmischung, die für die BBZ weiterhin ein wichtiges Anliegen darstellt, und im Reglement verankert bleibt sowie unter anderem auch mit dem Siedlungscoaching weiterverfolgt wird. Zur Sprache kamen zudem die Erwartungen an eine konsequente Anwendung der Regeln zur Unterbelegung sowie der Wunsch, unfaires Verhalten sorgfältig zu prüfen. Ein weiteres Thema war die zweijährige Wartefrist für einen internen Wohnungswechsel nach dem Ersteinzug in die BBZ. Diese sei notwendig, um zu häufige Wechsel zu vermeiden, erklärte Nussbaumer. Denn jeder Wohnungswechsel verursacht auch Instandsetzungsaufwand. Gleichzeitig betonte er, dass der Vorstand bewusst einen Artikel aufgenommen habe, der in Härte- und Einzelfällen bei allen Regeln sachlich begründete Ausnahmen ermöglicht. Entscheidend sei hier ein Vorgehen mit Augenmass: niemand soll zwischen Stuhl und Bank fallen.

Ob das neue Vermietungsreglement eingeführt wird, entscheidet die Generalversammlung vom 28. Mai 2026. Mit der Einladung erhalten die Genossenschafter*innen eine Übersicht über alle Anpassungen sowie zusätzliche Erläuterungen zu den aufgeworfenen Fragen.

Wunsch nach Transparenz und Fairness

Die beiden Informationsanlässe boten auch Raum für den Austausch über Themen des genossenschaftlichen Zusammenlebens, die nicht direkt zum Vermietungsreglement gehören. Angesprochen wurden unter anderem der Wunsch nach mehr gelebtem Gemeinschaftssinn, ein respektvoller Umgang im Alltag sowie eine stärkere Beteiligung an genossenschaftlichen Anlässen.

Zur Sprache kamen auch praktische Fragen, etwa zum Umgang mit Wohnungen bei Leerständen nach Todesfällen. Ebenso zeigte sich Informationsbedarf zur kurz- und längerfristigen Sanierungsplanung in den Siedlungen oder zum Wunsch nach Tumblern statt Luftentfeuchtern. Dabei wurde deutlich, dass grundsätzlich ein Bedürfnis nach niederschwelliger Kommunikation auf Augenhöhe besteht. Nussbaumer betonte, dass Anliegen jederzeit und über alle Kanäle an ihn persönlich oder an die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle gerichtet werden sollen.

Alles in allem zeigten sowohl die schriftliche Mitwirkung als auch die Informationsanlässe den Wunsch nach Transparenz, Fairness und einer ausgewogenen Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse innerhalb der Genossenschaft. Diesen Auftrag nimmt die BBZ gerne entgegen.


Weshalb ein Vermietungsreglement?
Ein Vermietungsreglement legt fest, welche Regeln bei der Vermietung, bei der Unterbelegung oder beim Wechsel von Wohnungen gelten. Es sorgt für verbindliche und einheitliche Regeln für Mieter*innen und für die Geschäftsstelle. Gleichzeitig setzt es die Vorgaben der Statuten im Bereich Vermietung konkret um und präzisiert sie. Für den Vorstand der BBZ ist wichtig, dass das Reglement zeitgemäss und verständlich ist. Es soll sowohl den einzelnen Mieter*innen gerecht werden als auch den Interessen der ganzen Genossenschaft.

Das alltägliche Zusammenleben in der Siedlung regelt hingegen die Haus- und Gartenordnung. Darin steht zum Beispiel, wie gemeinschaftliche Räume, Wege, Gärten oder Spielplätze genutzt werden, welche Regeln zu Ruhe, Sauberkeit und Rücksichtnahme gelten und wer wofür verantwortlich ist.