Verhinderungspflege muss erhalten bleiben!

Fachverbände fordern gute Pflege und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige

Berlin. Auf ihrer Frühjahrs-Konferenz haben die Fachverbände für Menschen mit Behinderung das PositionspapierGute Pflege für Menschen mit Behinderung und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige!“ verabschiedet. In dem Papier machen die Fachverbände deutlich, was sie von der Pflegereform der Bundesregierung erwarten.

„Die Verhinderungspflege muss in der bisherigen Höhe und Flexibilität erhalten bleiben“, fordert Beate Bettenhausen, Vorsitzende des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) im Namen der Fachverbände für Menschen mit Behinderung. „Sie ist die wichtigste Entlastungsleistung für pflegende Angehörige. Einschnitte bei der Verhinderungspflege, für die derzeit jährlich 3.539 Euro zur Verfügung stehen, darf es deshalb nicht geben.“

Sorge macht den Fachverbänden, dass bei der anstehenden Pflegereform ein Sachleistungs- und ein Entlastungsbudget angedacht sind, für das zur Gegenfinanzierung jeweils Teile der Ausgaben für die Verhinderungspflege eingesetzt werden sollen. Die Verhinderungspflege ermöglicht es pflegenden Angehörigen, einen Ersatz für die Pflege zu organisieren, wenn sie selbst beispielsweise aufgrund wichtiger Termine oder Urlaubs an der Pflege gehindert sind. Es ist zu befürchten, dass künftig weniger Geld dafür zur Verfügung steht und die Leistung auch nicht mehr so flexibel einsetzbar ist wie bisher.

„Wir fordern außerdem, dass Heilerziehungspflegende im Tätigkeitsfeld der Eingliederungshilfe als ausgebildete Pflegefachpersonen anerkannt werden. Das sollte bundesweit einheitlich im Pflegeberufegesetz geregelt werden“, betont Beate Bettenhausen nachdrücklich. „Heilerziehungspflegende gewährleisten aufgrund ihrer spezifischen Ausbildung die teilhabeorientierte Pflege von Menschen mit Behinderung. Ihre derzeit fehlende Anerkennung als Pflegefachpersonen gefährdet die Versorgungsqualität von Menschen mit Behinderung und verschärft den Fachkräftemangel unnötig.“

Zu ihren Forderungen und Erwartungen an eine Pflegereform haben sich die Fachverbände für Menschen mit Behinderung mit der Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Katrin Staffler, der pflegepolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Simone Fischer, und Dr. Martin Schölkopf, Abteilungsleiter im Bundesgesundheitsministerium, ausgetauscht. 

Weiterführende Informationen 
Die fünf Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren rund 90 Prozent der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Ethisches Fundament der Zusammenarbeit der Fachverbände für Menschen mit Behinderung ist das gemeinsame Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Recht auf Selbstbestimmung und auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Mehr Informationen unter: www.diefachverbaende.de

Lebenshilfe: Auch die Privatwirtschaft muss barrierefrei werden!

Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes hat noch erhebliche Schwachstellen, die im parlamentarischen Verfahren behoben werden müssen.

 Berlin.
Lange haben Menschen mit Unterstützungsbedarf auf die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) warten müssen. Insofern begrüßt die Bundesvereinigung Lebenshilfe, dass es jetzt einen Kabinettsbeschluss gibt, der erstmals einen ausdrücklichen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Vorkehrungen enthält, also Hilfestellungen im Einzelfall zur Überwindung von Barrieren. Das ist ein großer Fortschritt. Der Gesetzesentwurf hat allerdings noch erhebliche Schwachstellen, die im parlamentarischen Verfahren behoben werden müssen. So sieht die Reform keine umfängliche Verpflichtung privater Unternehmen zur Barrierefreiheit vor. Auch umfasst der Anspruch auf angemessene Vorkehrungen leider keine baulichen Veränderungen und muss innerhalb kurzer Fristen geltend gemacht werden.

Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D.: „Nach dieser sehr langen Vorbereitungszeit wünschen wir uns nun für die Menschen mit Behinderung insbesondere eine zeitnahe Verabschiedung und ein schnelles Inkrafttreten des Gesetzes. Dabei muss der Strucksche Satz gelten: Kein Gesetz verlässt den Bundestag so, wie es hineingekommen ist. Als Lebenshilfe sagen wir: Alle müssen ihren Beitrag leisten – auch der private Sektor! Gerade in einer alternden und vielfältigen Gesellschaft ist umfassende Barrierefreiheit notwendiger denn je.“

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Fortbildungen „Bildnerisches Gestalten“ und „Kreatives Schreiben“


Sabine Feldwieser, Kunstassistentin & Diplom-Psychologin, lädt zu ihren abschließenden Fortbildungen im Bereich „Bildnerisches Gestalten“ und „Kreatives Schreiben“ mit Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbeeinträchtigung ein.

Die wichtigsten Informationen:
Anmeldung und ausführliche Informationen:
Im Anhang finden Sie alle Details zu den Seminaren sowie das Anmeldeformular. Zögern Sie nicht, sich bei Interesse direkt anzumelden oder die Information an Kolleg*innen und Ihr Netzwerk weiterzugeben!

Bei Rückfragen steht Sabine Feldwieser gerne telefonisch zur Verfügung (0521-121685). Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.diewortfinder.org

Bitte reichen Sie diese Information aktiv in Ihren Organisationen und Netzwerken weiter, damit möglichst viele Interessierte von diesem besonderen Angebot profitieren können.

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Jetzt anmelden und bewerben: Delegiertenwahl der Frauenbeauftragten NRW 2026

Wir möchten Sie über die bevorstehende Wahl der Delegierten zur Landes-Arbeits-Gemeinschaft der Frauenbeauftragten NRW (LAG Frauenbeauftragte NRW) informieren. Die Wahl findet am 24. Februar 2026 im SportCentrum Kaiserau in Kamen statt. Es werden insgesamt drei Delegierte für den Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW gewählt.

Wer kann teilnehmen und sich bewerben?
Wichtige Hinweise:
Alle relevanten Informationen und die benötigten Formulare finden Sie als Anhang zu diesem Beitrag.

Für Rückfragen stehen Ihnen Hendrik Hoffjann und Kerstin Harsanj vom Paritätischen NRW gerne zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung und zahlreiche Bewerbungen!

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Die Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland

Die Lebenshilfe NRW setzt sich für eine inklusive und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. Um mehr über Diskriminierungserfahrungen im Alltag zu erfahren, möchten wir auf eine wichtige Online-Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aufmerksam machen:

👉 Jetzt teilnehmen: https://diskriminierung-umfrage.de/

Die Umfrage richtet sich an Menschen mit und ohne Behinderung und fragt nach persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung – zum Beispiel im Arbeitsleben, in der Freizeit oder beim Zugang zu Angeboten. Die Ergebnisse helfen, gezielte Maßnahmen gegen Diskriminierung zu entwickeln und das gesellschaftliche Miteinander zu stärken.

Ihre Meinung zählt!

Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und unterstützen Sie dieses wichtige Projekt. Die Teilnahme ist anonym und dauert nur wenige Minuten.

Wichtig:

Wir bitten Sie herzlich, die Umfrage auch in Ihren eigenen Netzwerken weiterzuleiten und zu teilen. Je mehr Menschen teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse!

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