Eröffnung des neuen Werkstattstandortes in Quedlinburg

Heute nahm Stefan Labudde, Mitglied des Landesvorstandes, an der Eröffnung des neuen Werkstattstandortes der Lebenshilfe Harzkreis-Quedlinburg gGmbH teil.

In kleinem Rahmen wurde gemeinsam mit Werkstattbeschäftigten der neue Standort für die FAIRISTA Kaffeerösterei eröffnet. FAIRISTA gehört zur Lebenshilfe Harzkreis-Quedlinburg und verbindet Kaffeerösterei, Café und Werkstattangebote. Am neuen Standort entstehen nach den vorliegenden Angaben rund 36 neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Die ehemalige Bäckerei wird damit verantwortungsvoll weitergenutzt und zu einem Ort beruflicher Teilhabe weiterentwickelt. Zugleich sollen dort künftig bessere Produktionsmöglichkeiten für die Kaffeerösterei geschaffen werden.

Im Rahmen der Eröffnung wurde den Gästen der Produktionsprozess erläutert – von den Kaffeebohnen im Ursprungszustand bis zum Abwiegen und der weiteren Verarbeitung. Dabei wurde deutlich, wie handwerkliche Arbeit, Qualität und Teilhabe miteinander verbunden werden. Geschäftsführer Andreas Löbel dankte in seiner Eröffnungsrede stellvertretend allen Beteiligten, die an der Umsetzung des Projektes mitgewirkt haben. Sein Dank galt unter anderem den Architekten sowie der künftigen Teamleitung des neuen Standortes.

Auch Frank Ruch, Oberbürgermeister der Welterbestadt Quedlinburg, überbrachte Grußworte und beste Wünsche. Als Gastgeschenk übergab er eine alte Kaffeemühle. In seinen Worten hob er hervor, dass mit dem neuen Standort soziale Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung sinnvoll miteinander verbunden werden.

Stefan Labudde zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Umnutzung des Gebäudes und den neuen Perspektiven für Menschen mit Behinderung. Der neue Werkstattstandort sei ein gutes Beispiel dafür, wie Inklusion, regionale Wertschöpfung und moderne Werkstattarbeit praktisch zusammengeführt werden können.

70.000 Unterschriften gegen geplante Kürzungen - neues Ziel

Die Petition der Bundesvereinigung Lebenshilfe gegen die Kürzungen in der Eingliederungshilfe hat nach zwei Wochen 70.000 Unterstützende erreicht. 

Damit das Anliegen noch mehr Gewicht bekommt, braucht es weitere Stimmen. Neues Ziel: 100.000 Unterschriften.

Jetzt hier mitzeichnen und weiterleiten: 

#Lebenshilfe #TeilhabeIstMenschenrecht

Starke Stimme für Selbsthilfe

Ein starkes Signal für Zusammenhalt und Engagement! Auf der Mitgliederversammlung der BAG SELBSTHILFE wurde Rolf Flathmann, stellvertretender Bundesvorsitzender der Lebenshilfe, mit beeindruckenden 47 von 49 Stimmen zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Seit 15 Jahren bringt er sich bereits engagiert im Vorstand ein – und auch persönlich ist ihm das Thema eine Herzensangelegenheit: Als Vater eines erwachsenen Sohnes mit Down-Syndrom setzt er sich mit viel Erfahrung und Überzeugung für die Interessen von Menschen mit Behinderung ein.

Seine klare Botschaft: „Viele wissen viel“ – und genau dieses Wissen soll gebündelt werden. Gemeinsam wollen die Mitgliedsverbände als starke Stimme auftreten, um politisch noch mehr zu bewegen.

Quelle: Bundesvereinigung Lebenshilfe

Rekordbeteiligung bei bundesweiter Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe

Medienmitteilung der Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der BAG HEP vom 27. April 2026

Rekordbeteiligung bei bundesweiter Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe

Berlin. Die bundesweite Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe ist mit einer Rekordbeteiligung zu Ende gegangen. Mehr als 650 Organisationen, Einrichtungen und Ausbildungsstätten aus ganz Deutschland beteiligten sich vom 20. bis 24. April 2026 an der gemeinsamen Aktion der Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland e.V. (BAG HEP).

Pfarrer Frank Stefan, Vorsitzender des evangelischen Bundesfachverbandes für Teilhabe (BeB), erklärt im Namen der Fachverbände und der BAG HEP: „Die Rekordbeteiligung an der Aktionswoche verdeutlicht, wie groß das gemeinsame Engagement ist. Fachkräfte, Leistungserbringer und Betroffene machen klar, dass Teilhabe nicht zur Disposition stehen darf.“

In den sozialen Medien erzielte die Aktionswoche eine außergewöhnlich hohe Resonanz. Mehr als 1.000 Beiträge unter dem Hashtag #OhneFachkräfteKeineTeilhabe, die auf der Social Wall der Fachverbände gebündelt sind, machen eindrücklich sichtbar, wie unverzichtbar Fachkräfte für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie von Menschen mit psychischen Erkrankungen sind. Die Beiträge zeigen, was Fachkräfte täglich leisten. Sie begleiten Menschen, fördern individuelle Fähigkeiten, geben Struktur und ermöglichen soziale Teilhabe. Gleichzeitig kommen Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung selbst zu Wort und schildern, was Teilhabe für sie bedeutet und wie essenziell Unterstützung für ihr selbstbestimmtes Leben ist.
 
Zahlreiche Beiträge auf der Social Wall thematisierten auch aktuelle sozialpolitische Entwicklungen. Viele Beteiligte äußerten große Sorge angesichts geplanter Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Eingliederungshilfe. Diese Vorhaben stehen aus Sicht der Fachverbände und der BAG HEP in direktem Widerspruch zu den gesetzlichen und menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Bundesteilhabegesetz.


„Wer bei Fachkräften spart oder Leistungen einschränkt, stellt die Teilhabeansprüche infrage“
, betont Pfarrer Frank Stefan. „Das gefährdet nicht abstrakte Strukturen, sondern ganz konkret die Lebenssituation von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind und auch die Fachkräfte.“

Vor diesem Hintergrund unterstützen die Fachverbände für Menschen mit Behinderung ausdrücklich die Petition mit dem Titel „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“. Teilhabe ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht und darf nicht von der Kassenlage abhängig gemacht werden. Die Petition kann noch bis zum 25. Mai 2026 mitgezeichnet werden.

Lebenshilfe warnt: Inklusion darf kein Sparmodell werden


Medienmitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe vom 27. April 2026

Lebenshilfe warnt: Inklusion darf kein Sparmodell werden
Reform der Kinder- und Jugendhilfe: Heute Anhörung im Familienministerium

Berlin. Die Lebenshilfe warnt, die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung dürfen nicht zugunsten pauschaler Lösungen und Kostendämpfungseffekten geschwächt werden. Kinder und Jugendliche mit Behinderung und ihre Familien warten schon sehr lange auf die nun greifbare Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Durch diese Reform sollen endlich die Jugendämter für die Eingliederungshilfe aller Kinder mit Behinderungen zuständig werden. Diese Strukturreform könnte die Weichen für mehr Inklusion und Teilhabe stellen, gerade weil erstmals eine inklusive Infrastruktur auf den Weg gebracht werden soll. Leider droht sie nun jedoch zum Sparinstrument zulasten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu werden. Dem muss dringend Einhalt geboten werden.

Heute in der Verbändeanhörung im Familienministerium fordert die Bundesvereinigung Lebenshilfe unter anderem deutliche Nachbesserungen an der geplanten Einführung einer infrastrukturellen Bildungsassistenz. Kinder und Jugendliche, die Schulassistenz benötigen, dürfen auch in Zukunft nicht pauschal auf Infrastrukturangebote verwiesen werden. Das Recht auf individuelle Unterstützung muss bestehen bleiben und auch durchsetzbar sein, wenn diese erforderlich ist.

Darüber hinaus befürchtet die Lebenshilfe, dass unter dem Spardiktat der Jugendämter und mangels rechtlicher Absicherung notwendige individuelle Schulassistenzen, inklusive Freizeit- und Ferienangebote oder andere ambulante Hilfen wegfallen könnten. Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., stellt klar: „Die Reform der Kinder und Jugendhilfe muss unbedingt die Bedarfe der Kinder zuvorderst im Blick haben. Sie muss ihre Rechte stärken und bedürftige Familien entlasten und schützen. Sie kann nicht als primäres Ziel Kostendämpfung verfolgen. Wer an Kindern mit Behinderung spart, spart an den Schwächsten der Gesellschaft. Das ist unerträglich!” Daher richtet die Lebenshilfe einen klaren Appell an den Gesetzgeber:Die Reform muss die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung stärken – nicht relativieren. Maßstab müssen echte Teilhabe und bedarfsgerechte, einklagbare Leistungen sein.

Das vor einer Woche bekannt gewordene sogenannte Vorschlagsbuch aus dem Bundekanzleramt ist ein alarmierendes Signal. Ausgerechnet bei der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung sollen zur Haushaltskonsolidierung drastische Kürzungen in Höhe von über 8,6 Milliarden Euro erfolgen. Gegen diese Vorschläge gibt es breiten Protest, unter anderem in Form der Petition beim Deutschen Bundestag „Keine Kürzungen bei der Eingliederungshilfe“. Viele Verbände unterstützen diese Petition.

Die detaillierte Stellungnahme der Bundesvereinigung Lebenshilfe zum Referentenentwurf eines Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Erstes Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz – 1. KJHSRG) ist auf www.lebenshilfe.de abrufbar.