Heute ist Welttag der Feuchtgebiete
Welttag der Feuchtgebiete: Unsere Moore, Auen und Seen sind echte Lebensretter
2. Februar – Zum Welttag der Feuchtgebiete rückt eine Landschaft in den Mittelpunkt, die oft still wirkt – aber für Klima, Artenvielfalt und Hochwasserschutz enorm laut „mitarbeitet“: Moore, Auen, Riede, Uferzonen und Feuchtwiesen. Sie speichern Wasser wie ein Schwamm, filtern Schadstoffe aus dem Wasser und sind Heimat seltener Tiere und Pflanzen.
Besonders Moore sind dabei Schlüsselräume. Intakte Moore binden über Jahrtausende Kohlenstoff – werden sie entwässert, gelangt dieser als CO₂ in die Atmosphäre. Gleichzeitig gehen typische Arten wie Kiebitz oder viele Amphibien zurück, wenn Feuchtgebiete schrumpfen oder austrocknen. Der Welttag erinnert deshalb daran: Wer Feuchtgebiete schützt, stärkt zugleich Klimaschutz, Wassersicherheit und die Widerstandskraft unserer Landschaft gegen Extremwetter.
Auch in unserer Biberacher - Region – mit Seen, Hügel- und Moorlandschaften – zeigt sich, wie wertvoll diese Lebensräume sind: als Rückzugsorte für Biodiversität, als natürliche Wasserspeicher in trockenen Sommern und als Puffer bei Starkregen. Renaturierungen, Wiedervernässungen und eine naturverträgliche Nutzung können hier echte Zukunftsprojekte sein – für Natur, Landwirtschaft, Tourismus und Gesundheit. Denn intakte Landschaften sind nicht nur schöner, sie fördern auch Erholung, Bewegung und Wohlbefinden.
Hier sind beispielhaft zentrale Moor- und Riedgebiete im Landkreis Biberach (Baden-Württemberg), kurz eingeordnet:
· Federseeried (Federseemoor) rund um den Federsee (bei Bad Buchau)
Das größte zusammenhängende Moorgebiet Südwestdeutschlands (mit internationaler Bedeutung als Schutzgebiet).
· Ummendorfer Ried (bei Biberach an der Riß / Ummendorf / Hochdorf (Riß))
Ein Niedermoor mit offenen Wasserflächen (inkl. Seen) und hoher Bedeutung als Rast- und Mausergebiet für Zugvögel.
· Wettenberger Ried
Ein Hochmoorgebiet (teils als Bannwald geführt) auf dem Hochgelände
zwischen Riß- und Umlachtal; es gibt auch einen Moor-/Rundweg.
· Gedüngtes Ried (bei Schemmerhofen; an der Kreisgrenze Richtung Ehingen an der Donau)
Kleineres, aber ökologisch wertvolles Niedermoor mit Streuwiesen-/Feuchtgebüsch-Strukturen.
· Steinhauser Ried (bei Bad Schussenried)
Historisch stark durch Torfabbau geprägt und als Teilbereich des Federseeried-Komplexes beschrieben.
· Betzenweiler Ried (westlich des Federsee-Komplexes, bei Betzenweiler)
Hier laufen/ liefen Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung bzw. Revitalisierung von Riedflächen.
. Blinder See – Kanzach -Riedlingen – ein besonderes Gebiet mit seltenen Libellen.
Was jede und jeder tun kann: Wer regionalen Moorschutz unterstützt, sich an Pflegeeinsätzen beteiligt, im Garten torffreie Erde nutzt oder bei kommunalen Projekten zur Renaturierung mitwirkt, hilft ganz konkret mit. Der Welttag der Feuchtgebiete ist damit mehr als ein Kalendereintrag – er ist eine Einladung, unseren Lebensraum aktiv zu bewahren.
Fakten in Kürze
- Feuchtgebiete mindern Hochwasserspitzen und stabilisieren Wasserhaushalte.
- Sie sind Hotspots der Artenvielfalt.
- Intakte Moore sind bedeutende Kohlenstoffspeicher.