Politisches Update

Im Browser öffnen­ 24. September 2026

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

mit unserem diesjährigen Hausärztinnen- und Hausärztetag vor eineinhalb Wochen haben wir neue Wege beschritten: Erstmals haben wir unserer Delegiertenversammlung eine politische Veranstaltung vorangestellt, die nicht nur auf der Bühne zur Debatte einlud, sondern auch abseits des Podiums Gelegenheit für Austausch und neue Impulse bot.
Welche Rahmenbedingungen wir für die Zukunft brauchen, legten unsere 120 Delegierten dann an Tag 2 in mehr als 20 Beschlüssen fest. Besonders bewegend: Die klare Positionierung gegen Ausgrenzung, Fremdenhass und für eine tolerante, offene Praxis. Zahlreiche Wortbeiträge und persönliche Erfahrungen unserer Delegierten machten deutlich, wie wichtig dieses Signal gerade in der heutigen Zeit ist.
Alle Beschlüsse des Tages sowie viele weitere Informationen und Impressionen finden Sie hier.

Orientierungswert steigt um lächerliche 2,2 Prozent

Die Politik scheint bei ihren Bemühungen zur Stabilisierung der Beitragssätze neue Sparkommissare gewonnen zu haben: GKV-Spitzenverband und KBV haben sich gestern auf eine Steigerung des Orientierungswertes um lächerliche 2,2 Prozent geeinigt.
Damit liegt der OW sogar deutlich unter dem Deckel, der mit dem Spargesetz über die Veränderung der Grundlohnrate eingezogen wurde. Die erlaubt einen Spielraum von 3,42 Prozent – und wäre damit großzügiger gewesen als das Ergebnis der Selbstverwaltung.
Für unsere Praxen ist das ein enttäuschendes wenngleich erwartbares Ergebnis – es ist aber auch Symptom eines Trends, der das Überleben der Praxen in der GKV mehr und mehr zur Herausforderung macht – zumindest außerhalb unserer HZV!
Der GKV-Spitzenverband sollte endlich die Notbremse ziehen und erkennen: Die ambulante Versorgung ist kein Sparschwein, das sich nach Belieben schlachten lässt!

Bundestag diskutiert über die Widerspruchslösung

Heute wird der Bundestag über die Widerspruchslösung bei der Organ- und Gewebespende diskutieren. Wir haben im Vorhinein noch einmal klargestellt: Die Debatte ist wichtig. Und auch der Impuls, angesichts von über 8.000 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan etwas verbessern zu müssen, ist absolut richtig. Was jedoch nicht geht, ist, immer mehr Beratungsanlässe in unseren Praxen zu schaffen und mit dem Spargesetz gleichzeitig die Vergütung dafür zu streichen.
Wir sind die zentrale Anlaufstelle der Menschen, wenn sie Fragen zur Organ- und Gewebespende haben. Sollte eine Widerspruchslösung eingeführt werden, wird sowohl die Zahl der Beratungsanlässe als auch der Aufwand deutlich steigen. Dass wir dafür nicht vergütet werden sollen, ist absurd!
Die Politik muss endlich erkennen, dass sie nicht immer mehr vor unseren Praxistüren abladen kann, während sie gleichzeitig den Rotstift bei uns ansetzt. Bei der anstehenden Primärversorgungsreform, die derzeit für November erwartet wird, müssen andere Saiten aufgezogen werden. Denn diese Reform wird maßgeblich daran hängen, ob unsere Praxen mitmachen oder nicht!

Mit kollegialen Grüßen
Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth
Bundesvorsitzende
Dr. Markus Blumenthal-Beier
Bundesvorsitzender ­

Hausärztinnen- und
Hausärzteverband e. V.
update@haev.de
Sitz des Vereins: Edmund-Rumpler-Straße 2 · 51149 Köln
Bundesvorsitzende: Dr. Markus Blumenthal-Beier, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-GöpfarthHauptgeschäftsführer: Joachim Schütz
Geschäftsführer: Robert Festersen, Sebastian JohnAmtsgericht Köln VR 4057 · Steuer-Nr. 216/5737/0942.
Hausärztinnen- und Hausärzteverband Bremen e.V.Oficial