Femi(ni)zide: Lasst uns darüber sprechen

Femizide sind keine Einzelfälle. Sie sind die tödlichste Form geschlechtsspezifischer Gewalt und haben mit Macht, Kontrolle und gesellschaftlichen Geschlechterbildern zu tun.

Gemeinsam mit der Paulus Akademie haben wir das Thema an einem Podium in Zürich aufgegriffen. Unsere Verantwortliche Kommunikation & Politik Sarah Paciarelli führte mit einem Einführungsreferat ins Thema. Anschliessend moderierte Dr. Caroline Krüger von der Paulus Akademie die Diskussion.

Mit auf dem Podium sass neben Anja Derungs, Geschäftsführerin Stiftung Frauenhaus Zürich, Nicole Dill, Femizidüberlebende, Bestsellerautorin und erfolgreiche Beschwerdeführerin vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und Claudia Wyss, Leiterin der Anlaufstelle gegen Häusliche Gewalt Aargau (AHG) auch unsere Co-Präsidentin Katharina Jost Graf. Als Theologin und Seelsorgerin gab sie spannende Einblicke, wie feministische Theologie dazu beitragen kann, tradierte Geschlechterbilder zu hinterfragen und aufzubrechen. Gleichzeitig berichtete sie aus ihrer seelsorgerischen Arbeit und von ihren Erfahrungen in der Begleitung einer von Gewalt betroffenen Frau. Damit brachte sie eine Perspektive ein, die deutlich machte, wie wichtig auch kirchliche und seelsorgerische Räume für die Prävention und Unterstützung Betroffener sein können.

Besonders eindrücklich war die persönliche Perspektive von Nicole Dill. Ihre Geschichte machte sichtbar, was hinter abstrakten Begriffen und Statistiken steht. Gleichzeitig zeigte die Diskussion, dass Gewalt gegen Frauen nicht erst dann Aufmerksamkeit erhalten darf, wenn sie tödlich endet. 

Unser Anliegen an euch: Thematisiert geschlechtsspezifische Gewalt und Feminizide auch in euren Frauengemeinschaften und Vereinen. Sprecht darüber, schafft Raum für Austausch und macht sichtbar, dass Gewalt gegen Frauen uns alle angeht.

Als Einstieg und Grundlage für eine Diskussion in eurer Gemeinschaft könnt ihr das Einführungsreferat von Sarah sowie unser Positionspapier zu Femiziden nutzen. Beides findet ihr hier: Einführungsreferat und Positionspapier zu Femiziden⁠. 

Frauenbund SchweizOffizielles