Reform des Sozialstaats: Das schlägt der Paritätische vor

Aktuell wird in der Politik viel darüber gesprochen, wo im Staat Geld gespart werden kann. Auch bei den Hilfen für Menschen mit Behinderung soll gespart werden. Aber wir sagen ganz klar: Teilhabe ist ein Menschenrecht und keine Spar-Maßnahme! Unser Spitzenverband, der Paritätische Gesamtverband, hat jetzt ein wichtiges Papier mit 37 konkreten Vorschlägen veröffentlicht.

Die wichtigste Botschaft darin lautet: Geld sparen geht auch ohne Kürzungen! Und zwar, indem wir unnötige Bürokratie abbauen.

Hier sind drei wichtige Punkte aus dem Papier für die Eingliederungshilfe:
Wir haben das vollständige Papier des Paritätischen direkt an diesen Beitrag angehängt.

👉Gerne reinlesen und kommentieren: Was ist das wichtigste Thema für Sie, wenn es um den Abbau von Bürokratie geht? Wo wünschen Sie sich einfachere Wege?

#TeilhabeIstMenschenrecht #LebenshilfeNRW #GemeinsamStark #Inklusion
Lebenshilfe NRWOffizielles

Pressegespräch der Bundesvereinigung Lebenshilfe - #TeilhabeIstMenschenrecht

Teilhabe ist Menschenrecht – und das darf keine Haushaltsfrage sein! 

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe macht mit der Kampagne #TeilhabeIstMenschenrecht auf eine drohende Gefahr aufmerksam: Kürzungen bei der Eingliederungshilfe treffen rund 1 Million Menschen mit Unterstützungsbedarf – darunter 200.000 Kinder.

Was auf dem Spiel steht:

Die Petition gegen diese Kürzungen hat bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt. Am 8. Juni findet die öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages statt – ein wichtiger Moment für alle, die Inklusion ernst nehmen.

Unser Appell: Vorfahrt für Inklusion – nicht für Sparmaßnahmen! 

Das vollständige Pressegespräch können Sie hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=PiRG2AgPIi8

Jetzt mitzeichnen und ein Zeichen setzen! #TeilhabeIstMenschenrecht
Lebenshilfe Sachsen-Anhalt e.V.Offizielles

Lebenshilfe NRW kritisiert geplante Kürzungen als Angriff auf Menschenrechte

Internes Bund-Länder-Papier offenbart drastische Einschnitte in den Sozialstaat – Familien und Menschen mit Behinderung besonders betroffen / Petition im Bundestag läuft noch bis zum 25. Mai

Hürth, 4. Mai 2026 – Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai warnt die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen eindringlich vor den Folgen eines internen Arbeitspapiers einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, das der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband kürzlich öffentlich gemacht hat. Das Dokument enthüllt weitreichende Vorschläge zur Reduzierung sozialstaatlicher Leistungen – mit einem bezifferten Kürzungsvolumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro allein im Bereich der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe. Hierbei handelt es sich um ein „Vorschlagsbuch“, das die Konsequenzen für die Menschen in keiner Weise berücksichtigt. Einige dieser Vorschläge würden in der Umsetzung eine völlige Missachtung individueller Rechtsansprüche darstellen. Dies ist vollkommen inakzeptabel.

Die Lebenshilfe NRW fordert den sofortigen Stopp dieser Pläne und eine zwingende Beteiligung der Menschen mit Behinderung an allen Reformprozessen.

Ein Papier, das den Sozialstaat infrage stellt

Die Vorschläge gehen deutlich über einzelne fachpolitische Anpassungen hinaus. Sie folgen in weiten Teilen nur einer Logik der Ausgabenbegrenzung und stellen zentrale Prinzipien des Sozialstaates infrage: Individuelle Rechtsansprüche, notwendige personenzentrierte Unterstützung wären bei der Umsetzung gefährdet.

Das Land NRW hat hier zusammen mit Bayern und Sachsen eine herausragende Rolle übernommen. Die Lebenshilfe NRW ist schockiert, weil die Vorschlagssammlung Menschen mit Behinderung offensichtlich unter dem Aspekt der Kostentreiber betrachtet und nach dem Gießkannenprinzip vor allem individuelle Rechtsansprüche kappen will. Dabei sind kaum mehr Leistungen bei den Menschen angekommen, sondern die Kostendynamik hängt allein mit der demografischen Entwicklung (zum Glück werden Menschen mit Behinderung älter!), den steigenden Personalkosten wegen tariflicher Steigerungen und gestiegenen Sachkosten zusammen.

Rückschritte von mehr als 30 Jahren – ein besorgniserregender Trend

Was die vorliegenden Vorschläge in der Umsetzung bedeuten würden, lässt sich in seiner historischen Dimension kaum überschätzen. Die Lebenshilfe NRW sieht Rückschritte um mehr als 30 Jahre – zurück in eine Zeit, in der Menschen mit Behinderung nicht als Träger individueller Rechte, sondern als Objekte fürsorgerischer Versorgung behandelt wurden. Jahrzehntelange Errungenschaften von Selbstvertretungsorganisationen und engagierten Familien stehen auf dem Spiel. Was der Staat einspart, zahlen Familien – mit ihrer Zeit, ihrer Gesundheit und ihrer Erwerbsbiografie.

„Nicht ohne uns über uns" – Betroffene wurden nicht gehört

Die bisherigen Gespräche fanden parallel zu miteinander vereinbarten Gesprächsstrukturen statt und ohne jede Beteiligung von Menschen mit Behinderung oder ihren Interessenvertretungen. „Was in Berlin diskutiert wird, ist kein Verwaltungsakt – es ist ein Eingriff in das Leben von Millionen Menschen. Wer über die Teilhabe von Menschen mit Behinderung entscheidet, muss diese Menschen zwingend einbeziehen. Das Prinzip ‚Nichts über uns ohne uns' ist keine Bitte – es ist ein Grundrecht. Teilhabe ist Menschenrecht", sagt Prof. Dr. Gerd Ascheid, Vorsitzender der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen. Mögliche Reformen müssen die Systeme als Ganzes betrachten und Verwaltungen müssen sich hier selbstkritisch fragen, welche Kosten sie selbst durch völlig unverständlichen Personalaufwuchs, unangemessener Bürokratisierung und fehlender Digitalisierung produzieren.

Die Lebenshilfe NRW erwartet von der Landesregierung eine unmissverständliche öffentliche Positionierung zu den vorliegenden Kürzungsplänen. Darüber hinaus appelliert die Lebenshilfe NRW an alle Politiker:innen aus Nordrhein-Westfalen – im Landtag, im Bundestag und auf kommunaler Ebene: Stellen Sie sich gegen diese Pläne. In Positionspapieren der Landesbehindertenbeauftragten und der Fachverbände kann jeder die Auswirkungen auf die Menschen fachlich nachvollziehen.

„Ich lebe selbstbestimmt – das ist kein Privileg, das ist mein Recht. Wenn die Politik jetzt anfängt, meine Teilhabe gegen Haushaltszahlen aufzurechnen, dann sagt sie mir: Dein Leben ist zu teuer. Das ist keine Sozialpolitik. Das ist Ausgrenzung! Der Vorstand der Lebenshilfe NRW steht gerne zu Gesprächen bereit", sagt Daniela Sahnau, Selbstvertreterin und Mitglied im Vorstand der Lebenshilfe NRW.

Jetzt handeln: Petition im Bundestag unterzeichnen
 
Wer die geplanten Kürzungen ablehnt und die Interessen von Menschen mit Behinderung sowie ihrer Angehörigen unterstützen möchte, kann das jetzt konkret tun: Die Petition der Lebenshilfe „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung" mit der Nr. 195716 im Deutschen Bundestag läuft noch bis zum 25. Mai 2026.

Zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_02/_27/Petition_195716.nc.html
Zur Kampagne #TeilhabeIstMenschenrecht: www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht

Lebenshilfe NRWOffizielles

70.000 Unterschriften gegen geplante Kürzungen - neues Ziel

Die Petition der Bundesvereinigung Lebenshilfe gegen die Kürzungen in der Eingliederungshilfe hat nach zwei Wochen 70.000 Unterstützende erreicht. 

Damit das Anliegen noch mehr Gewicht bekommt, braucht es weitere Stimmen. Neues Ziel: 100.000 Unterschriften.

Jetzt hier mitzeichnen und weiterleiten: 

#Lebenshilfe #TeilhabeIstMenschenrecht

Lebenshilfe Sachsen-Anhalt e.V.Offizielles

Teilhabe ist Menschenrecht – Wir unterstützen die Lebenshilfe-Kampagne

Menschen mit Behinderungen haben ein verbrieftes Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dieses Recht ist in der UN-Behindertenrechtskonvention und im Bundesteilhabegesetz verankert. Die Eingliederungshilfe ist dabei ein zentrales Instrument: Sie ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und sichert individuelle Unterstützung – unabhängig von Wohnform, Unterstützungsbedarf oder Lebensphase.

Doch dieses Recht steht unter Druck. Bis Mitte 2026 wird über die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe beraten. Angesichts finanzieller Engpässe drohen Kürzungen und Einschränkungen. Schon heute fehlen vielerorts Angebote, Wartelisten sind lang, und die freie Wahl des Wohnorts ist nicht flächendeckend gewährleistet.

Wir schließen uns der bundesweiten Kampagne der Lebenshilfe an: „Teilhabe ist Menschenrecht“. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die Eingliederungshilfe nicht zur Verhandlungsmasse wird, sondern als unverzichtbares Recht erhalten bleibt.

Teilhabe ist kein Luxus. #TeilhabeIstMenschenrecht. Dafür stehen wir ein – laut, sichtbar und solidarisch.



Lebenshilfe Sachsen-Anhalt e.V.Offizielles